Eine Gruppe bestehend aus acht verschiedenen Museum hat sich an die Hochschule Rhein-Waal gewendet, um ein Konzept zu entwickeln und zu implementieren, mit dem man mehr Besucher und vor allem eine jungere Zielgruppe in die einzelnen Museen locken kann.

Acht unterschiedliche Museen in nur einer App zusammengeführt.

Hierbei lag der Fokus auf Familientauglichkeit, sowie auf einer Gesamtidee, die alle acht Museen mit einbindet. Dabei war die Herausforderung, dass die Museen sich in Art und Thematik der Ausstellung stark unterscheiden. Vom klassischen Kunst Museum in Kleve oder Arnheim, über Kriegsmuseen und Open Air Erlebnis Museen sollte alles abgedeckt werden.

Hierfür entwickelten meine Team Partnerin Suci Zulkarnian und ich die Konzepte und grundlegenden Ideen, die später als Basis für nachfolgende Semester zur Implementierung und Umsetzung der App dienen sollten. Wir griffen in diesem Projekt auf gezielte Nutzerforschung und Beobachtung der Museumsbesucher zurück und erstellen Persona, um uns besser an Nutzerbedingungen halten zu können.

Inspiration wurde aus gängigen App Games, klassischen Brettspielen sowie den gesammelten Nutzerdaten genommen. Im laufe unseres Prozesses erstellten wir mehrere Papier Prototypen, mit denen wir verschiedene Ansätze mit Mitstudenten durchspielten, um die Ideen weiter zu verfestigen. Herausgekommen sind verschiedene App Konzepte, die auf Interaktion, Gamification und Storytelling setzen.

Mystery Game

Das Myster Game ist ein Spiel, in dem der Nutzer für jedes Museum verschiedene Stories und Rätsel auswählen kann, die es dann zu lösen gilt.  Die App stellt in diesem Fall nur eine Nutzungsstruktur zur Verfügung.  Stories und Rätsel sind hierbei vom Museumsbesucher selbst erstellbar. Die einzelnen Museen bieten zugleich aber auch zwei bis drei vorgefertige Stories an, die für Nutzer spielbar sind.

Jede dieser Stories nutzt dann die Ausstellungsstücke der einzelnen Museen oder bestimmte Räume und Objekte um Rätsel zu erstellen. Auch die Lösungen lassen sich in den Museen finden und mithilfe der App arbeitet man sich so von Objekt zu Objekt, um mehr Informationen zu sammeln und das Gesamträtsel am Ende lösen zu können. Auf dieselbe Art und Weiße können Nutzer eigene Rätsel erstellen und verfügbar machen. So lernen die Nutzer eine neue Art des Museumsbesuches kennen und die Museen können auch aus den Nutzerstories lernen und ihr Angebot optimieren.

Durch diese Art von kuratierter App ist es möglich verschiedene Museen mit komplett unterschiedlichen Inhalten zu verbinden. Die Möglichkeit Museen thematisch miteinander zu verbinden oder Stories zu erstellen, die es zum Ziel haben mehrere Museen zu besuchen um das Rätsel zu lösen ist ebenfalls gegeben.

Die Funktionsweiße dieser App gliedert sich also in zwei Nutzerstränge. Einmal für den reinen Museumsbesucher, der nur einmal erkunden und spielen möchte. Der Zweite Handlungsstrang ist der Museumsbesucher, der öfters in das Museum geht und selber Stories und Rätsel erstellt um sie mit anderen zu teilen. Das Museum fungiert hier wie bereits erwähnt als Kurator.

Interaktive Sammeln und bauen

Bei einem weiteren Konzept haben wir uns auf das beliebte Sammel und Bauprinzip konzentiert, was aus gängigen Spieleklassikern wie SimCity, die Sims und anderen bekannt ist.

Hierbei kann der Museumsbesucher verschiedene Objekte im Museum sammeln. Ein Radar hilft die gesuchten Gegenstände aufzuspüren und mithilfe von Augmented Reality wird es möglich sein, echte Gegenstände mit der App zu verbinden. Ist der Gegenstand dann gefunden, kann man diesen einsammeln. Manchmal ist dies per Klick möglich, ein anderes Mal muss man eine einfache Frage zum Gegenstand beantworten, ein Puzzle spielen, ein Quiz gewinnen oder eine Zeichnung anfertigen, die vom System als der zu sammelnde Gegenstand erkannt wird.

Dieses Spielprinzip bringt nicht nur eine klassische Spielvariante in die Museen, es nutzt auch den realen Raum aus und verbindet diesen mit spielerischen Elementen und Fragen. Das macht den Museumsbesuch zu einem kompletten interaktiven Erlebnis, in dem man trotzdem dank Augmented Reality Funktion vom richtigen Museum viel mitbekommen und sich an den entsprechenden Stationen und Gegenständen auch Zeit zum erkunden nehmen muss, um eventuelle Fragen und Mini Spiele in der App zu bestreiten. Andernfalls kann man nicht die gewünschten digitalen Gegenstände einsammeln.

Das Sammeln wird hier benutzt um die eigene imaginäre Museumstadt, schwebend in den Wolken, zu bauen und zu vergrößern. Als Anreiz gibt es auch in der App bei erfolgreichem Sammeln Gutscheine für Cafe, Essen und folgende Museumseintritte zu gewinnen.

Reales Jump ’n Run

Aus der Faszination das ganze Museumsgelände mit in eine Spiele App einzubinden, entwickelte sich die Idee eines Jump ’n Run Spieles. Dieses sollte aber nicht klassisch auf dem Gerät gespielt werden. Vielmehr ist die Idee, das Spiel in die reale Welt zu holen. Der Museumsbesucher wird zum Spieler und das Museum wird zur Spielwelt.

Durch Augmented Reality auf dem Smartphone oder dem Tablet, kann der Nutzer den digitalen Pfad laden und sich selbst entlang der Strecke hangeln. Somit ist eine abenteuerreiche und faszinierende Entdeckung von Museum und und Museumsumgebung nichts mehr entgegengestellt. Physische Aktivität  wird hier in den Museumsbesuch mit eingebunden und mit geistiger Aktivität gepaart. Ein neues Erlebnis, dass den Besuch lang anhaltend in Erinnerung bleiben lässt.

Mai 31, 2018